Für Euch da draußen.. (wie das so wäre – ein Tag bei Treffen Total* – und welche Skills Du brauchst)

Ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt. Ich habe selbst keinen Überblick. Wenn Du einen ganzen Tag lang bei Treffen Total dabei wärst, könnte das so aussehen:
Du stehst morgens auf, putzt dir die Zähne, usw. schaust auf die Map und machst Dich auf den Weg zum Training, das irgendwo in der Stadt oder auf K3 stattfindet. Heute zum Beispiel, während ich das hier schreibe, spazieren einige Menschen mit Jonas durch die Straßen von Altona und fotografieren mit ihren Smartphones, da nützen minimale (> technische Skills). Danach würdest du vermutlich in Richtung K3 fahren, mit dem Rad oder der Bahn. (> Navigationstalent) Meist in der Gruppe. In dieser Reisezeit kommen wunderbare Gespräche zustande über Tourismus, Ideen, die im Laufe der Woche entstanden sind, organisatorische Absprachen. Verbunden mit dem Gefühl Zeit zu haben, Reisezeit. Dann schaust du, was auf K3 los ist, vielleicht gibt es einen Flower – oder Pepper Talk wie gestern. Da sitzen alle im Kreis, ein Pfefferstreuer oder eine Blume wandert von Hand zu Hand und jede/r berichtet kurz von ihren/seinen Erfahrungen oder spezifisch von der letzten Traveling Hour, dem öffentlichen Ausflug von Treffen Total (> Kritikfähigkeit). Das dauert bei 25 Menschen ziemlich lange. (> Geduld) Danach gibt es Mittagessen, das Antonia vorbereitet hat. Kartoffeln mit buntem Salat und zum Nachtisch Wassermelone. Während des Mittagessens ist wieder Zeit für Austausch. Du würdest dich dazusetzen, auf die Bänke in der Sonne, und versuchen mit Deinen Tischnachbar/innen ins Gespräch zu kommen. Manchmal gelingt das sofort, manchmal hat man sich auch nicht so viel zu sagen. Das ist okay. (> Kommunikation) ist eine Kunst für sich. Und es braucht auch immer Menschen, die zuhören. Zuhören ist in der Tat eine unterschätzte Tätigkeit. Nach dem Essen verteilen sich alle in den Räumen auf K3, oder sie gehen wieder raus und ihren Interessen nach. Sie bieten zum Beispiel einen Schreibworkshop zu Science Fiction und Klimawandel an, erarbeiten ein Jodelkonzert, probieren Bewegungsimprovisationen mit geschlossenen Augen im Park oder forschen dort zu Händchenhalten im öffentlichen Raum (> Neugier). Das Angebot ist vielfältig, man braucht in der Tat (> Entscheidungskraft). Du kannst größtmögliche Abwechslung erleben, oder versuchen an einer Sache dranzubleiben. Weitwinkel vs. Fokus. Musst deine Bedürfnisse nach Kontinuität und Spontaneität miteinander ins Spiel bringen. Und dann schwebt da dieses Fest am Ende der vier Wochen: ein Festival, eine Party. Willst Du dort etwas zeigen? Oder bei der Nacht im Pudel? Wann wird aus einem Angebot ein Zwang? Wie lange kannst du die Entscheidung hinauszögern? Dich frei machen, vom eigenen Wunsch etwas zu produzieren? (> Emanzipation)
Das geht dann so bis ca. 18h. Du kannst auch früher gehen. So wie es Dir gut tut. Je nachdem, was Du brauchst. Und ich für meinen Teil, genieße diese Erfahrung, Zeit zu haben: für Gespräche, für’s Schreiben, Zuschauen, -hören. Aber ich muss zugeben, in manchen Moment ringe ich mit mir, muss mir diese Haltung dann doch wieder erkämpfen. Auch wenn die Ausgangslage exzellent ist: diese Zusammenwirkung von stressfreien Arbeitsbedingungen und meiner Lust, tätig zu sein, etwas herzustellen. Nein, unter Druck arbeite ich nicht besser und ich empfinde das auch nicht als produktive Herausforderung. Remember that, independent scene! Und du auch, du Freiberufler/in du.. du Arbeitsmaschine. Oh ja.. wenn sie sich selbst ihre eigene Chefin ist. Sei gut zu dir und deinem Körper, du hast nur einen.

Heike Bröckerhoff
#mediation

*Fußnote: Natürlich kannst Du das nicht einfach, einen ganzen Tag dabei sein. Denn es gibt eine Trennung zwischen öffentlich und intern; es bleibt exklusiv, versucht aber so inklusiv wie möglich zu sein. Trotzdem eine Position, mit der man umgehen muss. Treffen Total ist nicht gleich die Freie Szene Hamburgs. Ein luxuriöses Format? Nur im Verhältnis zum Status Quo. Nur im Verhältnis zu den anderen Tanz- und Kunstschaffenden da draußen. Und in diesem befristeten Zeitraum von einem Monat. Aber die Idee ist für alle und eigentlich recht einfach: Get together! Mit ein bisschen (> Idealismus).

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